Mittwoch, 15. März 2017

Frühlings-grüner Marmorkuchen

Nachdem wir letzte Woche mehr oder weniger freiwillig im Winter gelandet sind, ist uns jetzt eindeutig nach frühlingsgrün. Natürlich auch nach den Farbtupfern der ersten Blüten. Aber vor allem nach dem frischen Grün, dass den Start der neuen Vegetationsperiode einläutet und das Ende der kalten Jahreszeit verspricht. Frühlingsgrün heißt für uns auch immer, das Ende der Wintergemüse naht und die Ernte der ersten Wildkräuter bringt Frische auf den Tisch.
 
Selbst Schleckermäuler kommen mit dem ersten Fühlingsgrün auf ihre Kosten. Denn Wildkräuter können nicht nur herzhaft. Frische Wildkräuter marmorieren diesen Guglhupf aus saftigem Sandkuchenteig.

Grüner Marmorkuchen

250 g Butter
250 g Zucker
4 große Eier
1-2 Kapseln Kardamom
2 EL Zitronensaft
125 g Mehl
125 g Speisestärke
1 TL Backpulver
1-2 Handvoll Scharbockskraut
- vor der Blüte gepflückt -
 einige Blättchen Gundermann
Puderzucker

Scharbockskraut und Gundermann waschen, tropfnass in einem heißen Topf zusammenfallen lassen und mit etwas Zitronensaft pürieren, abkühlen lassen. Kardamom aus den Kapseln befreien und mörsern.

Butter schaumig rühren, abwechselnd Zucker und Eier unterrühren; Rührzeit gesamt ca. 5 - 10 Min. Kardamom, restlichen Zitronensaft, Mehl, Stärkemehl und Backpulver unterrühren. Ofen auf 190°C vorheizen.
 
1/3 des Teiges abnehmen und mit püriertem Scharbockskaut vermischen. In eine gefettete Guglhupfform 1/3 des weißen Teiges geben, den grünen Teig darauf setzen und darauf wiederum den restlichen weißen Teig. Mit einem Teigstäbchen einmal spiralförmig durchrühren, damit er schön marmoriert wird.

Im vorgeheizten Backofen bei 190° C ca. 1 1/4 Std. backen. Vorsichtig aus der Form lösen. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestreuen.

Den Sandkuchen backt man am besten 1 - 2 Tage vor Gebrauch.

Samstag, 11. März 2017

Kochkurs im Schnee

Frühlingsurlaub im Schwarzwald - das war der Plan. Diese Woche Montag sind wir also nach Hinterzarten, genauer gesagt nach Alpersbach gefahren. Und als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster guckten, sah es so aus.
Okeeeey... Wintereinbruch, aber so richtig. Die ersten Frühlingsboten wie Haselnuss-Blüte und Bärlauch - unser Gastgeber schwört, dass er bereits erntefähig aus der Erde geguckt hat - sind vom Schnee begraben.
Den Allergiker freut's - und uns stört es nicht. Denn wir sind nach Alpersbach ins Waldhotel Fehrenbach mit seinem Restaurant Zur Esche gereist, um dort kochen zu lernen.
 
Naja - gut, bisschen kochen können wir schon. Aber es ist immer wieder spannend und lehrreich einem Profi über die Schulter zu schauen und den einen oder anderen Trick abzugucken. Das Thema des Kochkurses lautet Fisch und Vorspeisen.
Also, ran an den Fisch.Wir dürfen selbst Hand anlegen und erfahren, wie sich Forellen noch einfacher filieren lassen und wie man sie ganz fix im Kochtopf räuchern kann. Das Ergebnis unserer Mühe verkosten wir jeweils sofort nach Fertigstellung des jeweiligen Ganges. Ein wunderbarer Wechsel zwischen Werkeln und Genießen.
Vorspeise I
Auf Wacholder geräuchertes Forellenfilet mit Kartoffelsalat und Birnen-Meerrettich, 
Brennesselsamen

Hier haben wir den ersten Flan unseres Lebens produziert - kein Hexenwerk und so ein Flan macht ordentlich was her. Die Unterschiede der Konsistenzen von Flan, Risotto und Granatapfel geben diesem Gericht Charakter.
 Vorspeise II
Petersilienwurzel-Flan auf Risotto, Granatapfelkerne

Die Rezepte sind alle eher pur und unaufwändig. Sie leben von der Qualität und Frische der Zutaten und Zubereitung auf den Punkt. Ein Credo, das ganz unserem entspricht.
Hauptgericht
 Pochiertes Forellenfilet mit Safransauce auf Lauch, Selleriepüree

Die grünen Punkte hier in der Panna cotta sind Kräuter, genauer gesagt Thymian, Rosmarin, glatte Petersilie und etwas Minze. Klingt ungewöhnlich, schmeckt auch ungewöhnlich - aber so was von ungewöhnlich lecker. :-)
 Dessert
Kräuter-Panna cotta mit Apfel-Cranberry-Kompott und Blütenpollen

Zu jedem Gang wurde uns noch der passende Wein kredenzt. Ein rundum gelungener Nachmittag, den wir jederzeit weiterempfehlen.

Mittwoch, 8. März 2017

Sommer-Sonnen-Zimmer

Im Hause Krautgärtner wird mal wieder renoviert und umgestaltet. Unser Gästezimmer stand schon eine ganze Weile auf unserer persönlichen To-Do-Liste. Es ist das sonnigste Zimmer im ganzen Haus, aber durch das große Bett darin wurde es eigentlich nicht genutzt. Schade drum. :-(
 Nein - das ist nicht das Gästezimmer. Das ist der Flur während der Malerarbeiten. *örgs*

Das sollte sich ändern und deshalb stand eine Umgestaltung an: Bett raus - Farbe an die Wände - Couch mit Ausziehfunktion rein. So kann das Zimmer auch wunderbar als Lesezimmer, Teezimmer oder einfach Sonnen-Genießer-Zimmer genutzt werden.
Die schwierigste Entscheidung war dann erstmal, welche Farbe an die Wände soll. Hell und warm, aber trotzdem leicht und luftig. Deshalb haben wir uns für hellgelbe Streifen entschieden. Handgemalt. Die Abkleberei war definitiv mehr Arbeit als das Malen selbst. Aber das Ergebnis ist es wert, oder?
Nun konnte als erstes die alte Anrichte von meiner Oma einziehen. Sie wurde bei der Gelegenheit auch gleich neu geölt. Das geht auch ganz fix. Das Aussortieren des bisherigen Schrank-Inhaltes hat da wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen. :-/
Mit dem Sessel, der bisher irgendwie nur im Weg rumstand, wird es auch gleich bisschen gemütlich.
Fehlt nur noch die passende Couch.

Samstag, 4. März 2017

Fremde Lebensformen in der Speisekammer

Im Frühjahr vor zwei Jahren haben wir mühevoll zwei Buchenstämme mit Austernpilzbrut geimpft - könnt Ihr Euch erinnern? Der Liegeplatz für die Stämme war mit Bedacht gewählt. Vor dem Tritt unserer Haustür.
 Nein - das ist kein Austernseitling...

Eine Stelle auf der Nordseite unseres Häuschens, an der es nahezu immer feucht und schattig ist, genauer gesagt war. Denn Sturmtief Niklas legte die Bäume auf dem Nachbargrundstück um - und wir hatten, was wir uns jahrelang wünschten, aber nun eigentlich nicht mehr brauchen konnten: Sonne vor der Hautür! Zusammen mit der Hitzewelle 2015 besiegelte dann das Ende unserer zukünftigen Austernpilz-Kultur. Wir schafften es nicht, die Stämme ausreichend feucht zu halten, um der Pilzbrut ein Durchziehen der Stämme mit ihrem Myzel zu ermöglichen.
Inzwischen liegen die Stämme bei uns im Garten neben der Trockenmauer und dürfen dort gestalterisch und ökologisch wertvoll verrotten. Mit Pilzen sind sie inzwischen reichlich besiedelt - leider nicht mit essbaren. :-(
Immer noch bisschen frustriert stolperte ich Anfang dieses Jahres bei einem Gärtnerei-Bummel  über ein Fertigset zur Champignonzucht. Auch wenn der Herr Krautgärtner nicht soo begeistert war - Fertigset bleibt Fertigset - haben wir es mitgenommen. Bereits vor Krautgärtner-Zeiten hatte ich schon ein-, zweimal so eine Champignon-Fertigkultur gekauft, und wusste also aus Erfahrung, dass das ziemlich idiotensicher funktioniert. Und auch wenn es - ebenso aus Erfahrung - meist nicht die angekündigte Erntemenge bringt, ich wollte einfach ein Pilz-Erfolgserlebnis *mit-dem-Fuss-stampf*
Zuhause hat der Herr Krautgärtner es gleich nach Anleitung zusammengebaut und angegossen. Dann ging es noch um den richtigen Standort - am besten so um die 17° C, Licht brauchen die Schwammerl nicht. Perfekt für unsere Speisekammer. Nach so 10 Tagen sollten sich die ersten Pilzkörper zeigen. Das taten sie auch - aber ob das wirklich Champignons waren?  So richtig knubbelig-rund, wie wir sie kennen, schauen die nicht aus? Was wächst da???
Doch! Es waren Champignons, die irgendwie - im wahrsten Sinne des Wortes - aus der Form geraten waren. Mich haben sie an Verbänderungen erinnert, die ich auch schon bei Pflanzen gesehen hatte. Ob es das auch bei Pilzen gibt?
Wie auch immer - die nächsten haben wie ganz normale Champignons ausgeschaut. Und geschmeckt haben sie alle so wie sie sollten. Die erste Ernte haben wir zu einem Klassiker aus meiner Kindheit verarbeitet. Nein - nicht spektakulär. Aber lecker :-P

Champignon-Ragout

500 g Champignons 
Butter 
1-2 TL Mehl 
200 g Sahne 
Salz & Pfeffer 
Petersilie 
Champignons nur abputzen, in Scheiben schneiden; dann in Butter andünsten. Mehl über die Pilze stäuben und kurz mitrösten. Mit dem Becher Sahne ablöschen, salzen und pfeffern. 

Gut umrühren, denn das ist am Anfang erst ein ziemlicher Pampf. Da die Pilze aber meist sehr stark Wasser ziehen, wird das dann schon eine schöne, sämige Sauce. Ansonsten etwas Wasser zugeben. Petersilie hacken und unterrühren.Gut durchschmurgeln lassen.

Mit Pfannkuchen und Semmelknödel servieren.
Die Menge reicht für 2 bis 4 Portionen.

Mittwoch, 1. März 2017

Kalender 2017 { März }

Man sollte keine Dummheit zweimal begehen;
schließlich gibt es genug Auswahl.
J. P. Sartre

Das Foto im März
Scharbockskraut

 Das Rezept des Monats